im Universitätsclub Bonn
Wertschöpfungsketten Pflanzlicher Arzneimittel – bestehende und neue Spannungsfelder und Probleme: Was müssen wir bei der Absicherung unserer Wertschöpfungsketten beachten?
Für die Wertschöpfungsketten Pflanzlicher Arzneimittel bestehen distinkte Risiken, dazu gehören beispielsweise:
- Politische Risiken | Kriege | Handelshürden
- Extreme Wettersituationen
- Klimawandel
- Katastrophen
- Umweltverschmutzung
- Einsatz unerlaubter Pestizide, Dünger, Begasungsmittel
- Mikrobiologische Kontamination | Schädlingsbefall
- Pyrrolizidinalkaloide
- Andere Kontaminationen
- Fehlende Qualitätskultur | Kulturelle Unterschiede
- Intransparente Handels- und Wertschöpfungsketten (Sammler/Anbauer, Zwischenhändler, Zwischenverarbeiter, Vermittler/Handelsunternehmen
- Ggf. Nagoya | CITES | Lieferkettengesetz(e)
Der Zulassungsinhaber ist zusammen mit dem Wirkstoffhersteller dafür verantwortlich, dass diese Risiken im Rahmen der Lieferantenqualifizierung angemessen bewertet und ggf. reduziert und kontrolliert werden. Nicht nur der Klimawandel und zunehmende Wetterextreme, sondern auch die globale politische Situation erschweren das weltweit. Auch die Konkretisierung bestehender Anforderungen durch die Überarbeitung der HMPC-Leitlinien zur Qualität und Spezifikationen pflanzlicher Ausgangstoffe und die Revision der EU-GACP-Leitlinie und der Klassifizierungs-Leitlinie für Zulassungsänderungen etablieren eine Reihe von Herausforderungen. Schließlich erwarten die Behörden heute eine differenzierte Festlegung zur Abgrenzung zwischen GACP | GMP Teil II | GMP Teil I, was dazu führt, dass in der Vergangenheit etablierte Konzepte ggf. überprüft werden müssen. Das gilt insbesondere für die produktspezifische risikobasierte Festlegung, ab welchem Herstellungsschritt der Übergang zu einer GMP-Herstellung pflanzlicher Wirkstoffe erfolgt.
Unser Workshop adressiert im Lichte der überarbeiteten EU-Leitlinien alle wichtigen Aspekte von den eigentlichen Anforderungen, Abgrenzungskonzepte, Besonderheiten für einzelne Produktgruppen bis zu Spannungsfeldern und häufigen Defiziten. Wir möchten mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren, wie bestehende Probleme und Spannungsfelder gelöst werden können und bestehende Risiken mitigiert und kontrolliert werden sollten.
